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23.02.2017

Medieninformationen: Jahrespressekonferenz des Museumsverbandes Thüringen e. V.

Der sibirische Bussard ist das 30.000. digitale Objekt. Foto: Stefan Curth

Sibirischer Bussard landet in der virtuellen Realität

30.000-stes Digitalisierungsobjekt des Museumsverbandes Thüringen

Zur Jahrespressekonferenz des Museumsverbandes Thüringen (MVT) laden Stephan Tröbs, Teamleiter Digitalisierung des MVT, und Stephan Curth, wissenschaftlicher Volontär in der Brehm-Gedenkstätte Renthendorf, symbolisch das 30.000-ste Objekt auf das frei zugängliche Portal „Museen in Thüringen“ hoch. Es handelt sich um einen männlichen Raufußbussard (Buteo lagopus), den Alfred Edmund Brehm am 25.07.1876 auf einer Forschungsreise durch Westsibirien erlegte.

Brehm-Gedenkstätte Renthendorf: Aus alten Häusern entsteht ein neues Museum

Das Memorialmuseum befindet sich gerade im Umbau und Umbruch (Link), es soll eine moderne Einrichtung für Kulturgeschichte und  Naturkunde werden. Daran anknüpfend wird ein Bildungszentrum und eine Natura2000-Station entstehen. Zu diesem Wandlungsprozess zählt auch die Digitalisierung der Sammlung.

 

Volontariatsprogramm des Freistaats Thüringen: Zwischenbilanz und Ausblick

Ihre praktische Ausbildung absolvieren gegenwärtig  19 Volontärinnen und Volontäre in 18 Museen und Gedenkstätten in Thüringen. Der Museumsverband Thüringen konzipiert und organisiert das obligatorische monatliche Weiterbildungsprogramm, das den Volontären fachliches und praktisches Wissen und Kenntnisse über die Alltagsarbeit in einem Museum vermittelt.

Das Volontärsprogramm wird vom Freistaat Thüringen 2016/17 mit jeweils 320.000 Euro gefördert. Die Träger der Museen finanzieren einen Eigenanteil, in der Regel 50 Prozent.

Der Museumsverband Thüringen appelliert an die Träger der Museen, Gedenkstätten und Einrichtungen, frei werdende Stellen mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern wieder zu besetzen.

Mehr Informationen:

Herzlich  willkommen Museums-Volontäre

In: Thüringer Museumshefte (TMH) 1-2016, Seite 103-105

Quo vadis, Brehm-Gedenkstätte?

In: TMH 2-2016, Seite 65-69

Ein Projekt – tausend Gesichter

In: TMH 2-2016, Seite 70-72

Zwischen Selbstverwirklichung und Museumsalltag

In: TMH 2-20216, Seite 74-78

 

Hohe Erwartungen I: Museumsverbund Südthüringen

Der Freistaat Thüringen hat 2013 bis 2015 zwei Kulturentwicklungskonzepte erarbeiten lassen, darunter eines für die Landkreise Hildburghausen und Sonneberg. Ein Kernpunkt ist die Gründung eines Museumsverbundes in Südthüringen. Seit 2016 wird dieser Prozess von der Kulturmanagerin Dr. Julia Ackerschott unterstützt. Ziel ist es, durch Konzentration gleicher Aufgaben Kräfte zu bündeln und Handlungsräume zu vergrößern.

Gemeinsames Themenjahr 2017 „Himmel und Erde“

Aktuell tourt die gemeinsame Ausstellung mit einzelnen Schau-Objekten aus den beteiligten Museen durch Südthüringen und Oberfranken. Museen wie in Eisfeld und Schleusingen werden unter dem genannten Titel in diesem Jahr eigene Sonderausstellungen eröffnen.

Der Museumsverband berät und begleitet die Projekte und den Prozess. Er erwartet, dass die vom Land finanzierte Stelle der Kulturmanagerin über das Jahr 2017 hinaus verlängert wird. Die Gründung eines kommunalen Zweckverbandes oder einer anderen institutionalisierten Form eines Museumsverbundes bleibt das Ziel der kooperierenden Museen und Museumsträger.

Mehr Informationen:

Zur Gründung einer Museumsregion…

In: TMH 2-2016, Seite 9-13

 

Hohe Erwartungen II: #Museumsperspektive 2025 des Freistaates Thüringen

Unter dem Schlüsselwort „Museumsperspektive 2025“ läuft seit 2016 unter Federführung der Kulturabteilung in der Thüringer Staatskanzlei (TSK) ein kooperativer Prozess, um die Museen in Thüringen zukunftsfähig weiter zu entwickeln. Daran beteiligt sind neben der TSK Museums- und Kommunalexperten aus Thüringen und anderen Bundesländern, darunter der Museumsverband Thüringen. Die Experten werden  unterstützt von externen Kulturberatern.

Mehr Informationen:

Kulturminister Hoff auf dem Verbandstag in Greiz

In: TMH 2-2016, Seite 101-102

Kultur gewinnt ist die Herausforderung im Freistaat Thüringen

In: TMH 1-2016, Seite 109-111

 

Blick zurück: Besuche 2016 in den Mitgliedsmuseen in Thüringen

In den 233 Mitgliedsmuseen in Thüringen wurden 2016 4.050.783 Besuche/Besucher gezählt. Das sind weniger Besuche/Besuche als im Jahr 2015 und entspricht einem leichten Rückgang von 1,25 Prozent.

Eine Übersicht über die Zahl der Besuche 2016 in den Mitgliedsmuseen in Thüringen finden Sie im Internet.

 

Blick voraus: Sonderausstellungen 2017 u. a. Aktivitäten

Im Jahr 2017 sind wiederum eine Vielzahl von Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Aktionen in den Museen in Thüringen geplant. Dazu gehören das Reformationsjubiläum, aber auch zahlreiche weitere kulturhistorische, naturkundliche, Kunst- und andere Ausstellungen. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.

Der 40. Internationale Museumstag am 21.05.2017 steht unter dem Motto „Museums and contested histories: Saying the unspeakable in museums", in der deutschen Übersetzung „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ Daran beteiligen sich viele Museen in Thüringen mit Sonderveranstaltungen und Aktionen.

In Thüringen eröffnen wir den Internationalen Museumstag am 21.05.2017 im Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden.

 

Die Medieninformationen zur Jahrespressekonferenz (Langfassung) können Sie hier herunterladen.

02.12.2016

Medieninformation zur Situation von Museen in Erfurt

Museumsverband Thüringen appelliert an Stadtrat und Stadtverwaltung Erfurt: Haushaltskonsolidierungskonzept nicht beschließen. Keine Museen schließen. Öffentliche Diskussion mit allen Betroffenen und Beteiligten führen.

Die Landeshauptstadt Erfurt beabsichtigt nach wie vor, drei ihrer städtischen Museen bzw. Ausstellungshäuser zu schließen. Das steht im Haushaltssicherungskonzept (HSK) 2016-2022 der Stadtverwaltung vom Juli 2016, das am 08.12.2016 im Erfurter Kulturausschuss erstmals öffentlich thematisiert werden soll. Dazu sind auch betroffene und beteiligte Institutionen, Vereine und Verbände eingeladen, darunter der Museumsverband Thüringen (MVT). Bereits am 14.12.2016 soll das HSK durch den Erfurter Stadtrat verabschiedet werden.

Der Erste Vizepräsident des MVT, Dr. Lutz Unbehaun, erklärt dazu: „Das Museum für Thüringer Volkskunde soll in Landesträgerschaft, das Margaretha-Reichardt-Haus und das Forum Konkrete Kunst sollen geschlossen, zwei Museumsgebäude sollen verkauft werden. Eine öffentliche Diskussion mit Betroffenen, Beteiligten und mit dem Museumsverband gibt es bisher nicht. Ein Brief des Verbandes an Oberbürgermeister Bausewein vom 23.08.2016 blieb bisher ohne Reaktion. Wir finden das alles sehr befremdlich. Wir fordern den Stadtrat und die Stadtverwaltung Erfurt auf, mit den Betroffenen und den Bürgern eine offene, transparente Diskussion ohne Zeitdruck zu führen und nicht überstürzt Tatsachen zu schaffen. Eine Schließung der genannten Museen und den Verkauf von Museumsgebäuden lehnen wir ab. Der Museumsverband Thüringen ist weiterhin gesprächsbereit, um andere Lösungen für die Museen und die Kultur in Erfurt zu suchen.“

Margaretha-Reichardt-Haus in Erfurt-Bischleben, Teil der Kunstmuseen der Stadt. Foto: mip

Medieninformation

Zwei, drei Zöpfe abschneiden und Museen schließen?
„Das geht gar nicht“, sagt MVT-Präsident Günter Schuchardt
an die Adresse von Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein

Die Landeshauptstadt Erfurt beabsichtigt, drei ihrer städtischen Museen bzw. Ausstellungshäuser zu schließen. Das steht im Haushaltssicherungskonzept (HSK) 2016-2022 der Stadtverwaltung, das gegenwärtig vom Erfurter Stadtrat behandelt wird und im November 2016 beschlossen werden soll.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein hat mehrfach öffentlich davon gesprochen, „zwei, drei Zöpfe abzuschneiden“, und er meint damit das Museum für Thüringer Volkskunde, das Margaretha-Reichardt-Haus und das Forum Konkrete Kunst, die beide zu den Erfurter Kunstmuseen gehören. Sie sollen alle drei geschlossen bzw. das Volkskundemuseum in die Verantwortung des Landes gegeben werden. Zwei Museumsgebäude sollen verkauft werden.

Der Präsident des Museumsverbandes Thüringen (MVT) Günter Schuchardt warnt eindringlich vor diesen Plänen und sagt zur Absicht der Stadtverwaltung und an die Adresse von Oberbürgermeister Andreas Bausewein: „Das geht gar nicht, in einem Schnellschuss drei Museen zu schließen oder umzusetzen sowie Museumsgebäude zu verkaufen.“

Dem Museumsverband liegen keine belastbaren Informationen vor, wie und wann das Volkskundemuseum auf den Petersberg in Erfurt umgesetzt und als Landesmuseum weitergeführt werden könnte. Ein Konzept dafür ist dem MVT nicht bekannt. Das Margaretha-Reichardt-Haus ist eine herausragende Memorialstätte des Bauhauses, ein Künstlerhaus, in dem Margaretha Reichardt Jahrzehnte gelebt und gearbeitet hat. Hier verbietet sich jeder Gedanke an einen Verkauf des Hauses und der originalen Einrichtungsgegenstände inklusive der historischen Webstühle. Das Forum Konkrete Kunst ist eine seit 23 Jahren international etablierte und von der Stadt getragene Kultureinrichtung mit großer Strahlkraft.

Inakzeptabel ist für den Museumsverband Thüringen die im HSK formulierte Alternative, wenn die genannten Museen nicht geschlossen werden andere Kulturprojekte dafür zu streichen, zu kürzen oder Institutionen zu schließen. Mit den geplanten Maßnahmen im HSK im kulturellen Bereich kann der Haushalt Erfurts nicht grundlegend saniert oder gerettet werden. Das 2016 geplante Haushaltsvolumen der Landeshauptstadt Erfurt liegt bei rund 733 Mio. Euro.

Der Museumsverband appelliert an den Erfurter Oberbürgermeister und die Stadträte, nicht mit einem Schnellschuss Teile der kulturellen Infrastruktur und des kulturellen Gedächtnisses von Erfurt zu zerstören bzw. zu verkaufen. Das würde zu einem irreparablen Schaden führen. Andere Städte und Landkreise Thüringens schauen auf Erfurt. Sollten hier Museen geschlossen bzw. amputiert werden, könnte das einen Flächenbrand in Thüringen auslösen. Davor warnt der Museumsverband eindringlich.

Der Museumsverband Thüringen appelliert an den Erfurter Stadtrat, das Haushaltssicherungskonzept in der vorliegenden Fassung nicht zu beschließen. Der MVT ist gesprächsbereit, um andere Lösungen für die Museen und die Kultur in Erfurt zu suchen.

Der Vorstand des Museumsverbandes diskutiert das Papier "Perspektive 2025". Foto: mip

„Perspektive 2025“ verschärft die Schieflage der öffentlichen Kulturfinanzierung in Thüringen

Museumsverband Thüringen kritisiert nicht nachvollziehbare Prioritätensetzung in der Kulturpolitik der Landesregierung

KULTUR GEWINNT ist die Herausforderung im Freistaat Thüringen

Das Papier „Perspektive 2025“ schreibt die Kulturpolitik vorheriger Landesregierungen fort, eine einzelne Sparte, Theater und Orchester, prioritär zu fördern. Dadurch werde die Schieflage in der Kulturfinanzierung des Landes zu Lasten anderer Kulturbereiche, darunter der Museen, weiter verschärft, kritisiert der Museumsverband Thüringen.

Richtiger kulturpolitischer Ansatz

Der kulturpolitische Ansatz im Papier „Perspektive 2025“ ist richtig: „Die reichhaltige und vielfältige Kulturlandschaft Thüringens ist das prägende Merkmal und eine der bedeutendsten Herausforderungen des Freistaats.“ Das stehe aber im krassen Widerspruch zur Tatsache, dass die für Kultur zuständige Thüringer Staatskanzlei das Ziel verfolge, „die Kulturausgaben des Freistaats stabil zu halten.“ Der Kulturetat des Landes beträgt aktuell 1,5 Prozent des Gesamthaushaltes.

Museen bereits erheblich gekürzt und reduziert

Die institutionelle Landesförderung von Museen in Thüringen wurde im Jahr 2004 um 20 Prozent auf 6,6 Millionen Euro pro Jahr gekürzt. Für 2016 sind 6,8 Millionen Euro geplant und somit kein Zuwachs als Ausgleich für unabweisbare Kostensteigerungen, wie sie von Theatern und Orchestern geltend gemacht werden.

Die Defizite in den Museen sind bekannt. Mehr als jede zweite Personalstelle ist seit 1990 abgebaut worden. Vor allem wissenschaftliche Mitarbeiter werden oft nicht nach ihrer Qualifikation und Berufserfahrung bezahlt. Die Grundfinanzierung vieler Häuser sinkt. Wertvolles Museumsgut droht Schaden zu nehmen. Es gibt einen großen Rückstau bei Restaurierungen.

Teilerfolge in den Museen

Der Museumsverband Thüringen würdigt Teilerfolge der letzten Monate. Dazu gehört das Volontärsprogramm mit einer Landesförderung von 320.000 Euro im Jahr 2016. Dazu gehört ein Landesprogramm für Restaurierung und Provenienzforschung in Höhe von 200.000 Euro jährlich. Dazu gehören einzelne Projekte wie die angekündigte Investitionsförderung des Landes für die Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha in Höhe von 30 Millionen Euro über zehn Jahre.

Landesförderung von Theatern und Orchestern

Im Papier „Perspektive 2025“ wird festgestellt, dass Thüringen über die höchste Dichte an Theatern und Orchestern in Deutschland sowie über dreimal so viele Theaterplätze wie der bundesweite Durchschnitt verfügt. 721.000 Besucher wurden in der Saison 2013/2014 gezählt. Für verschiedene Szenarien werden im Papier „Perspektive 2025“ erhebliche Summen des Landes für die elf institutionell geförderten Theater und Orchester angekündigt. Allein für den Status quo ist ein jährlicher Zuwachs von 2,5 Prozent vorgesehen.

Mindestens jeder zweite Euro aus dem Kulturhaushalt des Landes fließt künftig in die institutionelle Förderung von Theatern  und Orchestern. Laut Entwurf des Thüringer Landeshaushaltes sind für 2016 rund 62,7 Millionen, für 2019 75,5 Millionen Euro vorgesehen.

Thüringen ist ein Land der Museen

Jährlich stabil rund vier Millionen Gäste besuchen die 232 Mitgliedsmuseen. Das sind mehr als in alle Fußballstadien in Thüringen gehen und ein Mehrfaches der jährlichen Theaterbesucher. Damit liegt Thüringen, bezogen auf die Einwohnerzahl, weit über dem Bundesdurchschnitt. Die Museen in Thüringen sind größter außerschulischer Bildungsträger und Kulturvermittler.

Museen sind das „Menschheitsgedächtnis“. Sie vermitteln historisches Bewusstsein und Werte, stiften kulturelle Identität. Sie sind „Der Knoten im Netz - Ankerpunkt in der Region“, wie der Deutsche Museumsbund seine Jahrestagung im Mai 2016 in Erfurt überschrieben hat.

Appell an Abgeordnete und Landesregierung

Der Vorstand des Museumsverbandes Thüringen appelliert an die Abgeordneten des Thüringer Landtages als Haushaltsgesetzgeber sowie an die Thüringer Landesregierung und insbesondere die für Kultur zuständige Thüringer Staatskanzlei:

Nehmen Sie tatsächlich die ganze Kulturlandschaft Thüringens in den Blick.

Fördern Sie angemessen und ausbalanciert die Bereiche, Sparten und Institutionen der Kultur von mindestens landesweiter Bedeutung.

Fordern Sie die kommunalen Träger von Kultur auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Versetzten Sie als Freistaat Thüringen die Städte, Gemeinden und Landkreise in die Lage dazu.

Kulturförderung ist eine vergleichsweise marginale Größe im Thüringer Landeshaushalt. Sie können mit dem Status quo, stabile Förderung, aber noch mehr mit Streichen und Kürzen sehr viel verlieren.

Sie können mit relativ bescheidenen Summen und Zuwächsen in der Kulturförderung des Landes sehr viel gewinnen.

KULTUR GEWINNT

Das ist die Aufgabe und Herausforderung des Freistaates Thüringen, an der wir uns als Museumsverband Thüringen sehr gern beteiligen.

 

Die Medieninformation hier zum Herunterladen.

Das Papier "Perspektive 2025" hier zum Herunterladen.

26.02.2015

Großartige Besucherresonanz 2014: Wieder über 4 Mio. Gäste in den Museen in Thüringen

Sehr gut besuchte Museen in Thüringen im Jahr 2014. Hier das Deutsche Spielzeugmuseum Sonneberg. Foto: mip

„Wir sind selbst ein bisschen überrascht, die Vier-Millionen-Marke wieder erreicht zu haben“, kommentiert Günter Schuchardt die Besucherzahlen 2014 in den Museen in Thüringen. Über 4.077.000 Besucher konnten 2014 in den 227 Mitgliedsmuseen in Thüringen gezählt werden.

Der Präsident des Museumsverbandes Thüringen e. V. (MVT) verweist auf zeitweilige Schließungen von Museen wegen Sanierung und Neueinrichtung (u. a. Schillermuseum Weimar, Deutsches Spielzeugmuseum Sonneberg, Brehm-Gedenkstätte Renthendorf) sowie auf reduzierte Öffnungszeiten von Museen (u. a. in Gera und Eisenach), die sich negativ auf die Besucherzahlen auswirkten.

Positiv ist festzustellen, dass kleine und mittlere Museen gut besucht werden, u. a. das neue eröffnete „Haus der Natur“ in Goldisthal (18.000 Gäste) oder das Museum Burg Posterstein (20.600). Beide betreiben eine aktive Öffentlichkeitsarbeit und Vermarktung, nutzen dafür moderne Medien (Video, Internet, soziale Medien). Die drei Weltkulturerbestätten in Thüringen (Weimar mit Klassikstätten und Bauhaus, Wartburg) bleiben die Besuchermagneten, ebenso größere Museen und Gedenkstätten (Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora, Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Point Alpha Stiftung Geisa, Thüringer Landesmuseum Heidecksburg Rudolstadt), die alle über 100.000 Besucher im letzten Jahr zählten.

„Die Museen in Thüringen gehören zu den besucherstärksten Kultureinrichtungen in Thüringen und sprechen alle Altersgruppen an“, betont Präsident Schuchardt. Sie sind gerade in ländlichen Räumen die kulturellen und sozialen Zentren für Bildung und Austausch zwischen den Bürgern. Der Museumsverband erwartet deshalb von der neuen Landesregierung und den Museumsträgern eine Förderung auf dem Niveau des Jahres 2014 mit einem Zuwachs von einem Prozent. Das hat die neue Landesregierung für den Haushalt 2015 so angekündigt, das muss auch für die Museen gelten, betont Präsident Günter Schuchardt.

Startschuss für Volontärsprogramm 2015-2020 wird dringend erwartet

Das mit EU-Mitteln und Unterstützung des Landes vorgesehene Volontärsprogramm für die Museen in Thüringen muss in naher Zukunft starten, erwartet der Museumsverband. Das Programm „ist eine strategische Weichenstellung, um die Museen in Thüringen personell und konzeptionell für das 21. Jahrhundert aufzustellen“, betont Präsident Günter Schuchardt. Geplant sind nach jetzigem Stand über dreimal zwei Jahre (2015-2020) insgesamt 90 Stellen für wissenschaftliche Volontäre. Bisher sind Anträge für 43 Stellen beim Museumsverband eingegangen.

Provenienzforschung vorantreiben

Aktuell laufen Forschungsprojekte an der Klassik Stiftung Weimar mit vier Mitarbeitern und an der Kunstsammlung Jena mit einer Mitarbeiterin. Der Museumsverband bietet Weiterbildungen an und prüft das Brandenburger Modell „Provenienz Erstcheck“, das in Thüringen eingeführt werden könnte. Die neu konstituierte Stiftung Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste Magdeburg fördert verstärkt und mit höheren finanziellen Mitteln Projekte, um die Provenienzen von Museumsgut zu erforschen. Der Freistaat Thüringen hat eine komplementäre Förderung in Aussicht gestellt.

Am 23. und 24. April findet in Weimar das Treffen des bundesweiten Arbeitskreises für Provenienzforschung statt, der sich mit Vorträgen auch an die interessierte Öffentlichkeit wendet.

Regionale Kulturentwicklungskonzepte in zwei Modellregionen

Im Kyffhäuserkreis und Landkreis Nordhausen sowie in den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen arbeiten Kulturakteure und -institutionen, Verwaltungen und das vom Land beauftragte Institut für Kulturpolitik Bonn an Konzepten. An den Diskussionen sind Museen und der Museumsverband beteiligt. Kooperation über Verwaltungs- und Spartengrenzen hinweg sind für den Museumsverband und die Museen selbstverständlich (u. a. Projekte der Museen zum Ersten Weltkrieg, Lutherdekade). Dieser Weg wird fortgesetzt und ausgebaut.

Der MVT warnt davor zu glauben, mit neuen Formen und Strukturen der Zusammenarbeit Personal und Betriebskosten einsparen zu können. Die bekannt gewordenen Vorschläge des Instituts für Kulturpolitik, Fachpersonal in den Museen durch ehrenamtliche Kräfte zu ersetzen, lehnt der Museumsverband ab.

Am 13. März auf der Veste Heldburg und am 16. März im Panorama Museum Bad Frankenhausen finden die abschließenden Veranstaltungen statt. Das Kulturforum Thüringen wird sich am 18. April mit den Ergebnissen befassen. Der Museumsverband wird sich weiterhin in die Diskussion einbringen.

Internationaler Museumstag 2015 und 25 Jahre Museumsverband

Der Internationale Museumstag (IMT) findet am 17. Mai statt und steht unter dem Motto „Museum. Gesellschaft. Zukunft“. Für Thüringen begehen wir den IMT in Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar (KSW) im neu eingerichteten Goethe-Museum in Stützerbach. Das Museum wird durch die KSW konzeptionell begleitet und finanziell unterstützt, um künftig durch die Gemeinde und die Goethegesellschaft Ilmenau-Stützerbach betrieben zu werden.

Der Museumsverband Thüringen wird 25 Jahre alt. Er wurde am 4. August 1990 in Jena gegründet. Der MVT wird im September 2015 das Jubiläum feiern.

Sonderausstellungen 2015 und Jubiläen von Museen

Das Themenjahr „Cranach in Thüringen 2015“ wird mit mehreren hochkarätigen Ausstellungen u. a. in Weimar, auf der Wartburg und in Gotha begangen. Das Stadtmuseum in Saalfeld feiert seinen 111. Geburtstag, das Museum für Thüringer Volkskunde Erfurt wird 60, das Hennebergische Museum Kloster Veßra 40, das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz wird 30 Jahre alt. In Bad Blankenburg wird an das Gründungsjubiläum des Deutschen Kindergartens vor 175 Jahren erinnert. Weitere Sonderausstellungen und besonderen Veranstaltungen haben wir in einer Übersicht beigefügt.

Deutscher Museumsbund tagt 2016 in Thüringen

Die Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes findet im Mai 2016 in Thüringen statt, voraussichtlich in Erfurt. Ihr Thema lautet „Der Knoten im Netz. Museen als Ankerpunkte der Region“.

Eine Schulklasse während einer Führung in der Außenausstellung, Foto: Dirk Urban

Der Museumsverband Thüringen e. V. gratuliert der „Erinnerungsstätte Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ in Erfurt zum Museumspreis 2014 der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen.

Einen Sonderpreis sprach die Jury dem Herzoglichen Museum Gotha zu, das im Oktober 2013 neu eröffnet wurde. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Museumsverband Thüringen gratuliert.

Die hochkarätig besetzte Jury lobt vor allem das museumspädagogische Konzept des Erinnerungsortes Topf & Söhne. Es sei eine besondere Leistung der mit erheblichem bürgerschaftlichem Engagement ins Leben gerufenen Einrichtung, die Frage nach persönlicher Verantwortung in einer Gesellschaft, in der alles möglich ist, auch in die Gegenwart zu übertragen. Der Gedenkort überlasse die Beantwortung der Fragen nach schuldhaftem Handeln den Besuchern, nehme sie insofern auch als mündige Bürger sehr ernst.  Dabei bediene man sich wesentlicher Elemente museologischer Arbeit wie der Sammlung von Objekten, deren wissenschaftlicher Erforschung und Einordnung, deren angemessener Präsentation und mit besonderem Erfolg deren Vermittlung.

"Der Preis stärkt den Erinnerungsort und die Museumslandschaft der Stadt Erfurt", sagt Dr. Annegret Schüle. Die Leiterin des Erinnerungsortes sieht darin eine Anerkennung und Ermutigung, Museum als Denkort zu begreifen und mit historischer Forschung, Sammlung und Präsentation die Reflektion über historische und aktuelle Handlungsspielräume anzuregen. Mit dem Preisgeld von 25.000 Euro wird der Erinnerungsort seine pädagogische Arbeit mit Schulklassen ausbauen und in Kooperation mit dem Förderkreis einen weiteren Gruppenraum sowie Arbeitsplätze für Freiwillige schaffen.

Die im besten Sinne museale Präsentation im Herzoglichen Museum Gotha lässt die Einzelobjekte in ihrer Singularität und ihrer Qualität aufscheinen, betont die Jury in ihrer Entscheidung. Weit entfernt von jenem historischen Kunstkammer-Eindruck, der die Vielfalt der puren Menge unterordnete, lässt das neue Museumskonzept den Wert jedes einzelnen Objektes in materieller, handwerklicher und ideeller Hinsicht erkennen.

Um den Museumspreis 2014 hatten sich 42 Einrichtungen aus beiden Ländern beworben. Neun kamen in die Endauswahl, darunter sieben Museen aus Thüringen. Der Museumspreis 2014 wird im Herbst in Erfurt an die „Erinnerungsstätte Topf & Söhne –  Die Ofenbauer von Auschwitz“ Erfurt sowie an das Herzogliche Museum Gotha verliehen. (mip)

 

10.03.2014

Neues Buch THÜRINGER NATUR-SCHÄTZE jetzt im Buchhandel erhältlich

Der Band „Thüringer Natur-Schätze“ ist jetzt über den Verlag SCHNELL + STEINER Regensburg lieferbar. Das von Ralf Werneburg und Eberhard Mey im Auftrag des Museumsverbandes Thüringen e. V. herausgegebene Buch kostet nur 19,95 Euro und ist auch in Museen in Thüringen und im Buchhandel erhältlich.

Wahre Schätze schlummern in den naturkundlichen Museen und Sammlungen Thüringens: Das größte Goldnugget – Naturalienkabinette von Fürstenhäusern – Abertausende getrockneter Pflanzen – der Schädelrest eines Neandertalers – die Arche Noah voller Tiere – Millionen Jahre alte Tiere und Pflanzen – Kollektionen von Goethe, Haeckel und Brehm – mehr als eine Million verstummter Insekten – Tausende fingerlange Branchiosaurier bis hin zu sechs Meter großen Dinosauriern.

71 ausgewiesene Fachleute laden ein zu einer Sonderführung in die Welt der Naturwissenschaften. Museen und Sammlungen haben den Vorteil, die Naturkunde mithilfe von 3D-Objekten plastischer erlebbar zu gestalten. Deswegen ist auch dieses Buch mit etwa 240 zumeist farbigen Abbildungen reich illustriert. Auf der anderen Seite sind in dieser Publikation erstmals alle öffentlichen naturkundlichen Sammlungen Thüringens dargestellt. Für Spezialisten und Hobby-Forscher ist der Datenpool eine wahre Fundgrube. Gleichwohl stellt jedes Museum seine überregional, ja sogar oft international wichtigen Sammlungsteile deutlich heraus.

Die 42 naturkundlichen Sammlungen der großen Naturkundemuseen, Memorialmuseen, den Sammlungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der regionalen Museen sind weit über Thüringen verteilt. Die Charakteristika der Einrichtungen, ihre Geschichte sowie ihre biologischen und geologischen Sammlungen werden ausführlich vorgestellt. Dazu gehören neben der Forschung auch Publikationen, Bibliotheken, Ausstellungen und der Service der Einrichtungen.

Nach der öffentlichen Präsentation am 27. Februar 2014 in Schleusingen und ersten medialen Besprechungen wird der Band am 19. März 2014 im Naturkundemuseum Erfurt den Vertretern der Medien vorgestellt. Bereits vom 13. bis 16. März 2014 werden die „Thüringer Natur-Schätze“ auf der Leipziger Buchmesse am Stand des Museumsverbandes (Halle 5, C 114) vorgestellt. Weitere Präsentationen sind in Naturkundemuseen und -sammlungen in Weimar, Jena und Rudolstadt geplant. (mip)

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