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04.12.2016

Großzügige Schenkung des Ehepaares Pfäffle erstmals in der Ausstellung „Altenbourg in Altenburg“ zu sehen

Präsentation von Werken Gerhard Altenbourgs im Januar 2016 im Lindenau-Museum Altenburg. Foto: mip

Vorbereitet wurde die Ausstellung zum 90. Geburtstag von Gerhard Altenbourg (1926-1989) von der bis März amtierenden Direktorin des Altenburger Lindenau-Museums Julia M. Nauhaus. Die Eröffnung war im Frühsommer 2016 geplant und wurde verschoben. Julia M. Nauhaus hatte den Kontakt zum baden-württembergischen Sammlerehepaar Suse und Werner Pfäffle aus Leinfelden-Echterdingen geknüpft. Das Ehepaar schenkte seine wertvolle Gerhard-Altenbourg-Sammlung mit 24 Zeichnungen und einem Messingguss dem Museum.

Am 4. Dezember 2016 öffnet im Altenburger Lindenau-Museum die Sonderausstellung unter dem neuen Titel „Altenbourg in Altenburg“. Neben 24 Zeichnungen und einem Messingguss aus der Privatsammlung Pfäffle vereint die Schau Arbeiten, die der Künstler für sein Altenburger Wohnhaus geschaffen hat, gepaart mit Fotografien aus dem Haus Anfang der 1990er-Jahre und heute.

Die Geschichte der großzügigen Schenkung des Sammlerpaares Pfäffle, erschienen in den Thüringer Museumsheften 1-2016, kann hier heruntergeladen werden. (mip)

Dr. Julia Dünkel ist als Fachbereichsleiterin Finanzen/Kultur der Stadtverwaltung Pößneck für das Museum 642 verantwortlich. Foto: mip

Mit Sonderpreisen der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen ausgezeichnet

Lob für problemorientierten Ansatz im Lutherhaus zu Eisenach

Vor Ort hatte die Jury u.a. die zurückhaltende Präsentation überzeugt, durch die die Sammlung des Lutherhauses weit über den ursprünglichen Charakter eines Erinnerungsortes hinaus als Museum mit überregionalem Anspruch präsentiert wird. Dabei sah die Jury den Fokus insbesondere im Bereich der Vermittlung an ein sehr breites Publikum. Gelobt wurde auch das weit über weltanschauliche Grenzen hinausgehende offene Angebot zum Diskurs über Aspekte der von Luther ausgehenden Reformation. Bemerkenswert ist aus Sicht der Jury auch die Problematisierung der Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Multimedialer Ansatz in Pößneck hervorgehoben

Das „Museum 642 – Pößnecker Stadtgeschichte“ ist ein noch junges Haus. Die Jury hatte die Arbeit des Museumsteams vor Ort in Augenschein genommen und sich die Konzeption der Ausstellung und die Vermittlungsangebote vorstellen lassen. Die Jury lobte insbesondere die auf entdeckendes Lernen ausgerichtete Präsentation zur Stadtgeschichte. So werde auch die Frage thematisiert, was ein Objekt zu einem musealen Exponat mache und welche Zusammenhänge sich daraus erschließen lassen. Hervorgehoben wurde die besondere Rolle, die multimediale Angebote einnehmen. Liebenswerte Figuren wie der Museumskater führen ein in die wesentlichen Epochen der städtischen Geschichte und animieren zu Entdeckungen im Museum.

Das „Museum Judengasse“ in Frankfurt am Main erhält den Museumspreis 2016 der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Aus einer hohen Anzahl von Bewerbungen kürte die bundesweit besetzte Jury des Museumspreises der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen das Frankfurter Museum.

Die Sonderpreise sind mit jeweils 5.000 Euro, der Museumspreis mit 15.000 Euro dotiert. Die Preise werden im vierten Quartal in den Museen vor Ort feierlich übergeben. (mip)

Presserundgang zur Eröffnung des Lutherhauses vor einem Jahr mit Museumsleiter Dr. Jochen Birkenmeier (Mitte).
Lichtinstallalation zur Neueröffnung des Lutherhauses am 26.09.2015.
Luthers Sprache und Sprüche. in der neuen Dauerausstellung.
Installation: Das Museum 642 in Pößneck, eröffnet 2015.
Blick in die Dauerausstellung des Museums 642. Alle Fotos: mip

12.03.2016

Neues Museum Weimar: Gutes Klima für Menschen und Bilder

Hereinspaziert ins Neue Museum Weimar, jetzt gut klimatisiert und beleuchtet. Foto: mip

Wohlfühlen sollen sich die Besucher im Neuen Museum in Weimar. Dafür sorgen künftig ein gutes Raumklima und ein ausgeklügeltes Lichtsystem. Der Kunst kommt das allemal zugute.

Fast unbemerkt ist das ehemalige Großherzogliche Museum von 1869 jetzt klima- und lichttechnisch aufgerüstet worden. Nachdem das Gebäude zu DDR-Zeiten verfallen war, wurde der Neorenaissancebau in den 1990er-Jahren generalsaniert. Eine Klimatisierung der Räume war damals nicht vorgesehen. Im Sommer wurde es im Museum zu heiß, zu viel Licht strahlte ein, die Beleuchtung im Inneren gab zu viel Wärme ab.

Dieses Dilemma ist in den letzten eineinhalb Jahren behoben worden. Die Klassik Stiftung Weimar nutzte dafür Förderprogramme des Bundes und des Landes, die 95 Prozent der Kosten von 1,1 Millionen Euro übernahmen. Thüringens Energieministerin Anja Siegesmund sprach am 11. März 2016 bei einem Rundgang durch das leere Museumsgebäude vom „Wohlfühlfaktor“ für die Besucher, den das stabile Raumklima und das ausgeklügelte Licht schaffen würden. „Den Bildern geht es jetzt auch gut“, hob Stiftungspräsident Hellmut Seemann hervor.

Die Oberlichtsäle werden jetzt belüftet. Über Photovoltaikplatten auf dem Gebäude werden die Räume im Sommer zusätzlich energie- und klimaneutral gekühlt. Die neue Lichttechnik für die Raum- und Objektbeleuchtung sorgt für besseres, differenziertes Licht und viel weniger Wärmeeintrag. Die großen Fenster sind mit Wärme-, UV- und Blendschutz versehen worden.

So wie das Neue Museum in dem historischen Baukörper klima- und lichttechnisch aufgerüstet worden ist, darf es als Referenzobjekt in Thüringen für vergleichbare Gebäude und Nutzungen als Museum gelten. Das betrifft die Fördermöglichkeiten und die ausgeführten Arbeiten. Bereits in sechs Wochen steht der erste Praxistest bevor, wenn hier ein Großteil der Landesausstellung „Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa“ zu sehen sein wird. (mip)

Erster Rundgang durch das Neue Museum mit Thüringens Energieministerin Siegesmund (2. v. links) und Stiftungspräsident Seemann (links).
Blick nach oben: Besseres Licht und Klima im Neuen Museum Weimar. Fotos: mip

10.11.2015

Klares Ziel bis zum 100. Geburtstag

Symbolischer Akt. Spatenstich für das Neue Bauhausmuseum in Weimar. Foto: mip

Symbolischer Spatenstich für
Neues Bauhausmuseum Weimar

Vier Spaten für fünf Männer. Der aktuelle Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff  teilte sich heute Nachmittag das Gerät und die öffentliche Aufmerksamkeit mit seinem Vorgänger Christoph Matschie. Bis Ende 2018 soll der Museumsneubau errichtet und eingerichtet sein, um kurz vor dem 100. Geburtstag des Staatlichen Bauhauses Weimar die ersten Besucher zu empfangen. Das ist ein ehrgeiziges und machbares Ziel.

Der Neubau zwischen Weimarhalle und ehemaligem Gauforum im Stadtzentrum kostet 22,6 Millionen Euro. Der Entwurf stammt von der Architektin Prof. Heike Hanada, die heute Nachmittag sichtbar glücklich den symbolischen Spatenstich unter den Gästen verfolgte. Die Idee vom Museumsneubau formulierte der Präsident der Klassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, bereits im Januar 2003. Mit dem Masterplan der Stiftung 2008 bis 2017 wurde ein Investitionsprogramm von 150 Millionen Euro aufgelegt. Entstanden sind bisher ein Zentraldepot, die wieder aufgebaute Anna-Amalia-Bibliothek inklusive Tiefenmagazin, das Goethe- und Schiller-Archiv, jetzt kommt das neue Bauhausmuseum, das halbe Weimarer Stadtschloss folgt.

Über eine Webcam kann der Baufortschritt am Neuen Bauhausmuseum Weimar jederzeit im Internet verfolgt werden.

10.11.2015

Neues Bauhausmuseum: Spatenstich auf der Baustelle in Weimar

Vor dem Akt. Stillleben mit vier Spaten.
Erst reden, dann wird gebaut.
Stille Freude bei Architektin Heike Hanada (im blauen Mantel). Der Bau beginnt.
Das personifizierte "Bauhaus" in Weimar. Michael Siebenbrodt fotografiert den Akt.
Die Baustelle im Blick über eine Webcam. Alle Fotos: mip
So ein Gewimmel, so viel buntes Volk vor dem wiedereröffneten Goethemuseum in Stützerbach. Foto: mip

Das Museum Goethehaus in Stützerbach im Thüringer Wald lockte heute viel „buntes Volk“ zu einem „freudigen Ereignis“. Das Gundelachsche Haus, wie es nach der Glasbläser- und Eigentümererfamilie aus dem 18. Jahrhundert benannt ist, wurde renoviert, neu eingerichtet und als, nun ja, „drittes Goethemuseum“ in der Region Ilmenau wiedereröffnet.

Das erste Zitat stammt von Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, dem Eigentümer des Hauses. Seit dem 1. Juli 2014 ist es im Besitz der Gemeinde Stützerbach und wird seit heute von der Goethegesellschaft Ilmenau-Stützerbach als Museum betrieben. Vom Vorsitzenden der lokalen Goethefreunde, Dr. Wolfgang Müller, stammen die beiden anderen Zitate. Ja, das GoetheStadtMuseum Ilmenau, das Jagdhaus Gabelbach und das Museum Goethehaus Stützerbach verbinden den Goethewanderweg und vor allem Goethes Aufenhalte in der Region. Der Dichter und Weimarische Staatsbeamte erlebte in Stützerbach von 1776 bis 1779 (und auch danach in der Region) das Wechselspiel von Wald und Welt, das ihn als jungen Mann prägte.

Die Wiedereröffnung des Goethemuseums passte sehr gut zum Motto des 38. Internationalen Museumstages „Museum. Gesellschaft. Zukunft“, in der wörtlichen Übersetzung aus dem Englischen viel differenzierter „Museum für eine zukunftsfähige Gesellschaft“. Daran knüpfte Günter Schuchardt an, der Präsident des Museumsverbandes Thüringen. Sonderausstellungen, extra Angebote und Veranstaltungen, viele neugierige Besucher – so ein Tag ist Anlass zum Feiern und zur Freude. Allerdings, so Schuchardt, dürften auch die Sorgen und Nöte vieler Museen nicht vergessen werden. Nur Stichworte: Personal- und Finanznot, Restaurierungsstau, Volontäre werden dringend gebraucht, Ankaufsetats gibt es nicht mehr.

Dr. Bettina Werche, die Leiterin des Goethe-Nationalmuseums in Weimar, hat mit ihrem Team das Goethemuseum in Stützerbach neu und zeitgemäß eingerichtet. Was war der junge Goethe doch für ein wißbegieriger, umtriebiger, fleißiger, lebenshungriger Mann. Davon erzählen die neue Dauerausstellung, die extra produzierten Videos zur Glas- und Papierherstellung im Thüringer Wald, davon berichten emotionale Gedichte wie „Ilmenau“, das mehrfach zitiert wurde.

Wer Goethe und dem Geist dieses Ortes ganz nahe sein will, der kann im Museum unterm Dach in der modern eingerichteten Ferienwohnung „Christiane“ übernachten. „Charlotte“ wird bis zum Jahresende 2015 folgen. Das Museum Goethehaus Stützerbach ist für eine Reise, einen Besuch, eine Wanderung eine empfehlenswerte Adresse im Konzert der originalen Goethe-Orte. (mip)

Museums Goethehaus Stützerbach
Sebastian-Kneipp-Straße 18
98714 Stützerbach

Geöffnet:
Mi-So, Feiertage 10:30-15:30 Uhr
Für Gruppen nach Voranmeldung auch gesonderte Öffnungszeiten

Kontakt:
Gudrun Müller
Tel +49 36784 / 50090
gudrunmueller1951@_we_dont_like_spam_web.de

Dr. Wolfgang Müller
Tel +49 3677 / 877570
mueller-poerlitz@t-online.de

Vereinsvorsitzender Wolfgang Müller, Bürgermeister Frank Juffa, Goethe.
So ein Gewimmel vor dem Haus in Stützerbach.
Gleich öffnet sich die Tür.
Das rote Band wird durchschnitten.
Dr. Bettina Werche führt die ersten Gäste durch das Haus.
MVT-Präsident Günter Schuchardt schaut Video und staunt.
Am Glasbläsertisch "Mister Museum" Dr. Karl Heinz Hänel.
Goethe dichtet in Stützerbach "Dem Schicksaal".
Wohnen bei "Christiane" im Museum unterm Dach.
Baustelle "Museumsscheune" hinter dem Goethehaus.
Herzlich willkommen am authentischen Ort. Alle Fotos: mip

16.02.2015

Kontinuität und jedes Jahr was Neues

Präsident Hellmut Seemann und Pressechefin Julia Glesner informieren. Foto: mip

Die Klassik Stiftung Weimar pflegt ein liebgewordenes Ritual. Jedes Jahr am 16. Februar wird gefeiert und informiert.

Heute ist der 229. Geburtstag von Maria Pawlowna, Großherzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, die ein halbes Jahrhundert das kleine Großherzogtum kulturell prägte. Die Jahrespressekonferenz der Klassik Stiftung Weimar findet traditionell ebenfalls am 16. Februar statt. Und welch ein Zufall, am 16. Februar 2015 ist auch noch Rosenmontag. Deshalb gab´s Pfannkuchen vor und nach der Pressekonferenz.

Dazwischen informierte Präsident Hellmut Seemann über das, was kommt und das, was war und das, was die mehr oder weniger neugierigen Journalisten so alles wissen wollen. Die Botschaft 2015 lautet „Kontinuität unserer Arbeit und jedes Jahr was Neues“. Das tangiert ganz stark die große Cranach-Ausstellung 2015 „Cranach in Weimar“ und das Themenjahr in Thüringen „Bild und Botschaft“ mit parallelen Cranach-Ausstellungen auf der Wartburg und in Gotha. Darüber wird bald, ab Ende März, zu berichten sein.

„Cranach war ein Gesamtkünstler“, formulierte Hellmut Seemann absichtsvoll, denn das Bauhaus- und das Van-de-Velde-Jahr waren volle Erfolge beim Publikum und überhaupt. Die große und gute Jahresausstellung 2014 „Krieg der Geister“ im Neuen Museum kam Anfang August zu spät, das Thema Erster Weltkrieg war da öffentlich schon durch, kritisierte Seemann sich selbst und seine Mitarbeiter. Nur 6.000 Besucher war zu wenig, der geistige Gewinn für Weimar aber wichtig.

Wissenschaftlich macht die Klassik Stiftung Schlagzeilen, die öffentlich aber kaum Wellen schlagen. Mit den PROPYLÄEN, einer Forschungsplattform zu Goethes Bbiographica in Kooperation mit den Akademien in Mainz und Leipzig. Oder mit der Berufung von Axel Honneth als Distinguished Fellow ans Kolleg Friedrich Nietzsche. Die Liste der wissenschaftlichen Veranstaltungen und Projekte ist lang.

Beim Blick zurück muss man auch über die stark gesunkenen Besucherzahlen reden. Von 767.000 im Jahr 2013 auf 651.000 im vergangene Jahr. Das ist heftig, doch zu erklären. Schillers Wohnhaus wurde saniert und war geschlossen, ein Minus von 82.000 Besuchern. Die Jahresausstellung im Neuen Museum zog wenig Besucher an, ein Minus von 41.000 Gästen. Die Nummer 1 der Museen bleibt das Goethe-Nationalmuseum, ein Dauerrenner für Besucher, mit 182.000.

In Goethes Haus am Frauenplan muss auch grundlegend renoviert und saniert werden, blickte Präsident Seemann auf das Jahr 2017 und folgende voraus. Geld vom bund gibt es, bisher, nicht dafür, mit einer zweistelligen Millionensumme muss gerechnet werden. Das neue Bauhaus Museum soll ab Herbst 2015 gebaut werden, um drei Jahre später, rechtzeig zum 100. Jubiläum, zu öffnen. Das Stadtschloss ist der andere große Bau, der saniert wird.

Was kommt noch? 2016 eine Thüringer Landesausstellung „Die Ernestiner“ in Weimar und in Gotha. Wer kommt? Der neue Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Staatskanzlei und noch einiges mehr, übernimmt den Vorsitz im Stiftungsrat. Und redet am 16. Februar abends im Stadtschloss erstmals zum Jahresempfang der Klassik Stiftung Weimar. Vielleicht hören wir was Neues. (mip)

Der "Henneberger Münzschatz" kehrt zurück

Claudia Baumann von der Künker Numismatik AG aus München berichtet über die Auktion.
Batzen von 1535.
Dreifachtaler mit Wilhelm IV.
Halber Taler von Georg Ernst
Hennenbrakteat, 13. Jh.
Ältester Hennen-Brakteat.
Ältester Taler von 1538.
Münzteller mit 12 Talern, 16. Jahrhundert. Alle Fotos/Abbildungen: Naturhistorisches Museum Schloss Betholdsburg Schleusingen

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